Willkommen auf dem Theeshof in Schneverdingen!
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Freilichtmuseum ´De Theeshof´

Am 1. Oktober 1974 gründeten 38 Schneverdinger Bürgerinnen und Bürger den Heimatbund Schneverdingen e.V.

Damals konnte niemand ahnen, dass der Heimatbund Schneverdingen nach ein paar Jahren eine tragende Säule im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt darstellen sollte.

Bäuerliches Leben gestern - kulturelles Leben heute

Details

Der "Theeshof" war, urkundlich nachgewiesen, einer der größten und ältesten Höfe im ehemaligen Dorf Hansahlen.

Bis 1972 wurde diese Hofstelle noch von der Familie Worthmann bewirtschaftet.

Von der Stadt Schneverdingen erworben, dient der Besitz seit 1978 dem Heimatbund Schneverdingen e.V. als Heimatmuseum.

Die harmonische Einheit der Hofanlage konnte mit der Errichtung entsprechender Nebengebäude (Treppenspeicher, Backhaus, Schafstall und Wagenremise), die von anderen Höfen aus der Umgebund stammten, wiederhergestellt werden. Auch die beiden neuen Gebäude zur Unterbringung der Maschinen und Geräte fügen sich gut in das Gesamtbild ein.

Das Haupthaus ist in seiner Funktion und Konstruktion ein "Niederdeutsches Hallenhaus" als Zweiständerbau. Seine räumliche Aufteilung mit Dönzen, Flett und Diele entspricht dabei den Baujahren um 1830. Auch die beiden neuen Gebäude zur Unterbringung der Maschinen und Geräte fügen sich gut in das Gesamtbild ein.

Der Hof ist eingefriedet mit einer Steinmauer auf der nördlichen Seite. Die restliche Umzäunung besteht aus einem Eichenbohlenzaun ("Eekenboltentuun"). Er diente in früheren Zeiten auch der Abwehr von Wölfen.

Im Inneren der Gebäude geben Ausstellungseinheiten einen Einblick in den bäuerlichen Wohn- und Arbeitsbereich zwischen 1850 und 1950, in einige Handwerksberufe und in die Entwicklung der Stadt Schneverdingen.

Moderne Techniken ermöglichen kulturelle Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Dicherlesungen, Dia-Vorträge und Filmabende. Im Vordergrund stehen dabei die Bemühungen, die plattdeutsche Sprache zu pflegen und zu erhalten.

Im ehemaligen Häuslingshaus (jetzt: Frido-Witte-Haus) ist eine ständige Ausstellung des in Schneverdingen geborenen Malers und Graphikers Frido Witte zu sehen. Daneben werden hier Sonderausstellungen durchgeführt.

Die Gründung des Heimatbundes

Details

In den "Schneverdinger Heimatblättern" Nr.3 wird auf einen Arbeitskreis hingewiesen, der auf Anregung von H.-L. Loose gebildet wurde und sich mit geschichtlichen und volkstümlichen Themen der Heimat befaßte. Ihm gehörten neben H.-L. Loose auch W. Thömen, E.Meyer-Jenin, Friedrich Schröder und G. Marienberg an. Man kann diesen Kreis als Keimzelle eines Heimatbundes in Schneverdingen ansehen, wobei offen bleibt, wie lange es wohl mit der Gründung gedauert hätte, wenn nicht Anfang 1974 Georg Meyer (Schiel) zu diesem Kreis gestoßen wäre. Er brachte neben neuen Ideen eine Fülle von gesammelten Gegenständen aus dem bäuerlichen, handwerklichen und häuslichen Bereich in den Arbeitskreis ein. Damit verlagerte sich das vorrangige Interesse der Gruppe auf die Frage, wie mit diesem Schatz umzugehen sei, denn Georg Meyers Sammlung war so umfangreich, daß selbst der Platz auf seinem Bauernhofe knapp zu werden drohte. Wo also sollte die Sammlung untergebracht werden, um sie für die Zukunft zu sichern?

In vielen Gesprächen des Arbeitskreises mit Georg Meyer und dem Ehepaar Fach kam allmählich der Wunsch auf, einen Heimatverein zu gründen "zur besseren Verwirklichung des Heimatgedankens und zur Schaffung entsprechender materieller Voraussetzungen" (Heft 3).
Mit einer Anzeige in der Schneverdinger Zeitung wurde zur Gründungsversammlung des Heimatbundes Schneverdingen e.V. zum 1.Oktober 1974 in das Gasthaus "Löwenbräu" eingeladen.

38 Personen erschienen. Mit der Gesprächsleitung beauftragte die Versammlung Helmut Fach. Aufgaben und Ziele des zu gründenden Heimatbundes wurden in 3 Punkten zusammengefaßt:

  • Vergangenheit und Gegenwart unserer Heimat soweit wie möglich zu dokumentieren, den Menschen unserer Zeit bewußt zu machen und späteren Generationen aus unserer Sicht zu überliefern.
  • Ein Heimathaus zu schaffen, das die Möglichkeit geben sollte, bereits gesammelte und weiterhin zu erwartende Gegenstände von heimatkundlichem Wert aufzunehmen und ebenso wie Werke des Malers Frido Witte in einem angemessenen Rahmen zu präsentieren.
  • Die niederdeutsche Sprache unseres Heimatraumes zu pflegen.

Eine vorläufige Satzung wurde diskutiert und von der Versammlung angenommen. Die Versammelten wählten dann den Vorstand:

  • Helmut Fach 1. Vorsitzender
  • Gerhard Rieke 2. Vorsitzender
  • Dr. Gerhard Marienberg 3. Vorsitzender
  • Friedrich Wilhelm Gevers 1.Schriftführer
  • Inge Inselmann 2.Schriftführerin
  • Konrad Schröder Kassierer

Der Beitrag wurde auf 12 DM pro Jahr festgelegt, er beträgt zur Zeit 10 € jährlich.
Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 16.1.1975 beim Amtsgericht Soltau unter der Nr.375. Das Vereinsregister wurde zum Amtsgericht Lüneburg verlagert. Dort ist der Heimatbund unter der Nr. 130101 eingetragen.

35 der Anwesenden erkannten durch Unterschrift die Satzung an und erklärten ihren Beitritt.

Im Laufe von über 30 Jahren veränderte der Vorstand mehrmals sein Gesicht. Der jetzige Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

  • 1. Vorsitzender: Fritz-Ulrich Kasch, Schneverdingen
  • 2. Vorsitzender: Werner Salomon, Schneverdingen
  • 3. Vorsitzender: Norbert Gruszczynski, Fintel
  • Schatzmeister : Hermann Schorlemmer, Tostedt
  • 1. Schriftführer: Wilhelm Inselmann, Schneverdingen
  • 2. Schriftführer: Helmut Gose, Lünzen

Die Satzung erhielt am 25.6.1991 in §4 unter der Aufgabenbeschreibung den folgenden Wortlaut:

"Die Aufgabe des Heimatbundes ist die Pflege

  • des Heimatgedankens,
  • der Heimatkultur und
  • der Heimatlandschaft.

Der Heimatbund sieht demnach seine wichtigsten Aufgaben darin,

  • unsere niedersächsische Heimat in ihrer natürlichen und geschichtlich entwickelten Eigenart zu schützen und zu pflegen und dafür einzutreten, daß der Heimatraum sinnvoll weitergestaltet wird,
  • gegenwärtige Verhältnisse, Ereignisse und Entwicklungen im Heimatraum zu dokumentieren,
  • in Schneverdingen ein Heimatmuseum einzurichten,
  • die geschichtliche Entwicklung unseres Heimatraumes zu erforschen und sie der jetzigen und künftigen Generation zugänglich zu machen,
  • die plattdeutsche Sprache lebendig zu erhalten, sowie das heimatliche Schrifttum zu sammeln und zu fördern."

Im Jahre 1996 wurde zwischen der Stadt Schneverdingen als Eigentümerin des Theeshofes und dem Heimatbund ein Nutzungsvertrag geschlossen, in dem die vielfältigen Aufgaben des Heimatbundes und Erhaltung und Pflege der Hofanlage auf eine rechtlich solide Grundlage gestellt sind.

Eine Hausordnung entstand zur gleichen Zeit. Sie ist bindend für alle Benutzer des Heimathauses und der gesamten Hofanlage.

Der Theeshof wird zum Mittelpunkt des Heimatbundes

Probleme mit der Unterbringung der Sammlungsgegenstände

In der Gründungsversammlung war als eine der Aufgaben des Heimatbundes die sachgerechte Unterbringung der von Georg Meyer (Schiel) zusammengetragenen etwa 2000 Gegenstände aus Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Handwerk beschlossen worden. Spätestens zur Kartoffelernte im Herbst 1975 mußte die Scheune auf dem Hof in Schiel für die Unterbringung der Ernte geräumt sein, so daß sofort nach der Gründung des Vereins die Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten begann.

Ein Teil der Sammlung aus Schiel war schon vor der Vereinsgründung in die freigewordene Mühle an der Verdener Straße transportiert worden. Das konnte nicht mehr als ein Notbehelf sein, denn die Räume waren klein, nicht beheizbar und ließen eine dringend erforderliche Aufarbeitung der Materialien nicht zu. Die Suche ging also weiter. Verschiedene Möglichkeiten wurden geprüft, aber aus unterschiedlichen Gründen als ungeeignet befunden, so das Haus Riebesehl an der Schulstraße, Schaaks Haus oder das Maacksche Gebäude an der Verdener Straße.

Schließlich bot die Gemeinde das 1975 freiwerdende Feuerwehrgerätehaus an der Bergstraße für zwei Jahre mietfrei an. Für die umfangreiche Sammlung, inzwischen hatte man die Bevölkerung zur Spende weiterer geeigneter Gegenstände aufgerufen, reichte der Platz im sogenannten Spritzenhaus nicht aus; deshalb mußte ein Teil der Sammlung in der Mühle verbleiben, bzw. in der Scheune auf dem Meyerhof und bei Gustav Vorwerk in Wieckhorst untergebracht werden. Der Umzug in die Bergstraße fand am 18.10.1975 statt.

Hier konnte mit der Sichtung und Aufarbeitung begonnen werden. Das Feuerwehrgerätehaus wurde zur ersten Heimstatt für den Heimatbund. Am 18.2.1976 fand dort die erste Jahreshauptversammlung statt, und am 14.3.1976 konnte ein "Tag der offenen Tür" angeboten werden, der immerhin etwa 700 Interessierte anzog.

Der Theeshof wird von der Gemeinde gekauft

Schon im Mai 1975 berichtete Gemeindedirektor Peters über die Möglichkeit, den Hof Worthmann in Hansahlen zu kaufen, allerdings unter der Voraussetzung, daß Mittel dafür aus dem "Hamburg-Niedersachsen-Abkommen" bewilligt würden. Nach längeren Finanzierungs- und Kaufverhandlungen konnte schließlich am 25.3.1976 der Kaufvertrag zwischen der Gemeinde Schneverdingen und dem Hofbesitzer Günter Worthmann geschlossen werden. Nach W.Peters: "40 Jahre Schneverdingen" (1987, Seite 213) betrug die Grundstücksgröße 14 390 qm und der Kaufpreis 530 000 DM, davon wurden aus dem "Hbg.- Nds.- Abkommen" 353 000 DM, vom Landkreis 79 500 DM und als Eigenmittel der Stadt 97 500 DM gezahlt.

Wilhelm Thömen hat in Heft 1 die "Geschichte des Theeshofes" dargestellt. Danach dürfte als älteste Erwähnung des Hofes ein Hinweis in "Schatzsachen 1540" gelten. Dort wird als Besitzer ein Heiner (oder Heinrich) Westermann genannt; im Jahre 1598/99 hieß der Besitzer Thies Westermann. Sollte dieser Vorname vielleicht für den bis heute gültigen Hofnamen (Thees-Hof) verantwortlich sein?

Nach einer Eintragung im Jördebuch um 1700 brannte die "Pflugkate" 1681 ab. Da das jetzige Hauptgebäude 1830 gebaut wurde, muß es - so Thömen - mindestens das 3. Haupthaus auf dem Hofe sein. Besitzer waren nach Thiess Westermann: Hanss, Peter und Conrad Hopss, gefolgt von Jakob von Elling, und seit etwa 1750 bis zum Verkauf 1976 hießen schließlich alle Besitzer Worthmann.

Die Gebäude des Hofes

Umbau und Sanierung des Haupthauses

Unumgänglich waren Umbau und Sanierung des Haupthauses. Der mit der Leitung der Umbaumaßnahmen von der Gemeinde beauftragte Architekt Jürgen Wilke beschreibt den Umbau in Heft 1 der Theeshof-Reihe. Er meint u.a. nach Abschluß der Umbauarbeiten:

"Vorderste Aufgabe war, den Verfall der Konstruktion zu stoppen und das Bauernhaus so weit wie möglich wieder stilecht herzustellen. Bei allen Überlegungen mußte aber auch die zukünftige Nutzung des Gebäudes als Heimathaus berücksichtigt werden", wie z.B. Toiletten, Heizung, Ausleuchtung. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, brüchig gewordene und vermoderte Konstruktionsteile des Hauses durch nachgearbeitete neue Teile zu ersetzen.

Seit Herbst 1977 hatten die aktiven Mitglieder des Heimatbundes viele Stunden ihrer Freizeit geopfert. So gestalteten sie den Fußboden im Flett aus dem Kleinpflaster, das Johann Heins (Reinsehlen) aus dem alten Bauernhaus zur Verfügung gestellt hatte, mauerten die Feuerstelle auf und bauten den Rähm ein.

Neue Balkeninschrift am Heimatmuseum

Es gibt sie noch, Menschen mit Herz für Romantik und Poesie, die auch bereit sind, finanzielle Mittel für Verschönerungen zur Verfügung zu stellen. Als Burghard von der Wehl, Unternehmer aus Lauenbrück, er wohnt seit ein paar Jahren in Zahrensen, vor einiger Zeit das Musum in Schneverdingen besuchte, war er der Meinung, daß hier etwas wesentliches am alten Fachwerk fehle. Er erklärte sich bereit, die Kosten für die Inschrift zu sponsern. Die Inschrift vom Wehler Hof in Lauenbrück wurde fotografiert, massstabsgerecht auf Papier gebracht, die Buchstaben in der jetzigen Form vom Holzkünstler Heinz Schinske mit viel Mühe an einem Tag ausgeschnitten. Die fertige Schablone wurde auf den Querbalken drapiert. Anschließend stemmte Heinz Schinske die Buchstaben nach seinen Vorlagen aus. Die weiße Farbe bringt den Spruch zum Leuchten. Es sind immerhin 92 Buchstaben und Zeichen für 19 Worte. Der 1. Vorsitzende Werner Salomon stellte nochmals den Spruch, 2. Mose 8, 22, heraus, der auch heute an Aktualität nichts eingebüßt hat. Er steht am Ende der Sintflut und lautet: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Mit einer Inschrift wollte der Landwirt rein äußerlich die Echtheit seiner Gesinnung und seine christliche Einstellung zum Leben bekunden. Im Erkennen von Zeit und Ewigkeit war sich der Landwirt der Vergänglichkeit seines Werkes durchaus bewußt. Bürgermeister Fritz-Ulrich Kasch, sozusagen als Eigentümer des Hofes, freute sich ebenfalls über die Verschönerung des Hauses und lobet das Engagement des Heimatbundes und bedankte sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen haben. In seinem Beitrag betonte er, daß Geschichte für jeden einzeln wichtg sei, um Zusammenhänge aus der Vergangenheit in der Gegenwart zu verstehen. Passend zum Museumstag am Sonntag, dem 18. Mai, trafen sich einige Heimatbundmitglieder, der Sponsor Burghard von der Wehl, Schneverdingens Bürgermeister Fritz-Ulrich Kasch auf dem Theeshof zur Enthüllung der Balkeninschrift am Nordgiebel des Haupthauses. Mit einer gemeinsamen Kaffeetafel klang dieser schöne Tag aus.

Ergänzend seien zwei von Friedrich Schröder aufgezeichnete Vorfälle geschildert.

So schreibt er in seinen Notizen, die von seinem Bruder Georg zur Verfügung gestellt wurden, daß viele Schneverdinger Geschäftsleute ihre Fahrzeuge zum Umzug zur Verfügung stellten. Auch Tischler Meyer (Oststraße) hatte seinen Kleintransporter angeboten. Ein Heimatfreund wurde mit dem Fahrrad losgeschickt, um den Wagen zu holen. Auf seinem Weg sah er bei Tischler Maack in der Oststraße dessen Wagen an der Straße stehen, und in der Meinung, man habe ihm aus Versehen wohl den falschen Tischler genannt, stieg er vom Fahrrad ins Auto - der Schlüssel steckte sogar - und fuhr zum Gerätehaus, um Sachen zu holen. Als er dort gefragt wurde, ob das der Wagen von Tischler Meyer sei, antwortete er ganz selbstbewußt: "Dieser Wagen ist von Tischler Maack, er stand fahrbereit an der Straße". Das lange Gesicht von Tischler Maack, als er den "Diebstahl" entdeckte, kann man sich gut vorstellen!

Die Zeit bis zur feierlichen Einweihung des Hauses wurde knapp, besonders auch für die freiwilligen Helfer des Heimatbundes. Friedrich Schröder wurde aufgefordert, noch ganz schnell für ein Rednerpult bis zur Einweihung zu sorgen: "Friech, wi brukt noch een Rednerpult, lat di wat infall'n !" - "Ich habe ein Ackerwagenrad genommen und mit Schmied Lühmann zusammen - das Unterholz stammte von Renken in Lünzen - ganz schnell ein Rednerpult gemacht und alles bei mir zu Hause zusammengeschlagen. Am nächsten Tag war die Einweihung. Es ist aber ein seltenes Stück geworden". Dem kann man nur hinzufügen,daß es eine schöne, solide und die Diele des Heimathauses zierende Handwerksarbeit geworden ist.

Der Grundriß aus dem Jahre 1998 zeigt den heutigen Gebäudebestand auf dem Theeshof. Zu den Gebäuden, die schon beim Kauf 1976 vorhanden waren, gehören neben dem 1978 nach der gründlichen Renovierung eingeweihten Haupthaus (1) das ehemalige Häuslingshaus(2), die Scheune(3) und der Kartoffelkeller(4). Alle anderen jetzt auf dem Hofgelände stehenden Gebäude wurden im Laufe der Jahre aus in anderen Orten abgerissenen alten Bauwerken auf dem Theeshof wieder errichtet. Dazu zählen der Treppenspeicher (5), das Backhaus(6), der Immenzaun(7), der Schafstall(8), die Wagenremise mit Schmiede(9) und die Remise(10). Die große Remise wurde vollkommen mit neuen Materialien ausgestattet. Bei den anderen Gebäuden wurden nur in Ausnahmefällen einzelne Teile erneuert. Anfang der 2000-Jahre wurde eine kleine Halle zum Schutz der Maschinen erstellt und 2012, was auf keinem Hof fehlte, das kleine Häuschen mit Herz

Ein Treppenspeicher wird errichtet

Der Treppenspeicher stand in Marbostel auf dem Hof der Familie Stegmann. Im Winter 1977 wurde er von einigen Heimatbundmitgliedern in Augenschein genommen und als geeignet für den Theeshof befunden. So legte man am 28.1.1978 unter Anleitung von Stadtbaumeister Jürgen Wilke den Grundstein auf dem Theeshof. Für das Fundament fanden auch Steine vom Häuslingshaus Verwendung, das eine neue Gründung erhielt. Weitere Steine wurden mit Treckern von Otto Broocks und Joachim Dähler herangebracht (von Schaaks und Jütten-Hansahlen). Zu gleicher Zeit wurden in Marbostel die Vorarbeiten für den Abbruch geleistet. Dieser fand dann am 4.2.1978 mit Unterstützung durch sechs Zimmerleute der Firma Renken (Lünzen) statt. Diese waren auch beim Wiederaufbau des Speichers auf dem Theeshof tätig. Der Speicher wurde auf zwei ldw. Anhänger verladen und mit dem Trecker von Wilhelm Inselmann jun. zum Theeshof transportiert. Ende April erhielt der Speicher ein Reetdach und wurde bis zum 25.7.1978 völlig fertiggestellt.

Inge Inselmann hat zur Bedeutung der Speicher auf den Bauernhöfen einen Text verfaßt, der hier gekürzt wiedergegeben wird:
"...Speicher hat es auf allen Höfen in der Lüneburger Heide seit Jahrhunderten gegeben. Sie gehörten zum Hofbild und wurden für vielerlei Zwecke gebraucht. Neben dem Haupthaus mit Flett und offener Feuerstelle, mit Diele und Viehställen brauchten die Bewohner ein rauchfreies Gebäude, das frei von den Ausdünstungen der Tiere und des Stalles war. So konstruierte die Zimmermannskunst die für die Heide typischen Treppenspeicher, die gut geeignet zum Aufbewahren von Eßwaren, Bekleidung, Wäsche oder Honig waren.
Wie alle Treppenspeicher ist auch der auf dem Theeshof ganz aus Holz gezimmert und mit Holznägeln zusammengehalten. Der Boden ruht auf Findlingen und Baumstämmen, damit Luft darunter durchziehen und Feuchtigkeit ferngehalten werden kann. Der Innenraum ist klein und hat kein Fenster. Die Treppe aus Holz befindet sich an der Außenseite des Gebäudes und führt in das Obergeschoß. Das Dach ist mit Stroh - heute Reet - gedeckt und der First mit Heide abgedichtet.
Die Handwerker haben Ständer und Balken des Speichers so gefügt, daß das Gebäude leicht auseinandergenommen und versetzt werden konnte. Es wird berichtet, daß eine Braut einen Treppenspeicher, mit ihrer Aussteuer gefüllt, als Mitgift in ihr neues Heim bekam."

Heute ist die Korbimkerei darin untergebracht.

Die Remise

Die auf dem Hofgelände stehenden und ständig der Witterung ausgesetzten landwirtschaftlichen Geräte hatten schon seit längerer Zeit den Wunsch nach einer wetterfesten Unterbringung dieser mit viel Liebe und Aufwand restaurierten Kostbarkeiten aufkommen lassen. Alle Überlegungen waren immer wieder daran gescheitert, daß ein solches Gebäude nicht mehr in das Hofbild passen würde. Schließlich entschied man sich, der Not gehorchend, für einen reinen Zweckbau, der hinter dem Haupthaus versteckt an der Hofgrenze errichtet werden sollte.

Die Remise wurde im Laufe des Jahres 1998 in Eigenleistung und mit Spenden erstellt. Die Konstruktion und Planung lag im Auftrag der Stadt in den Händen von Bauamtsmitarbeiter Walter Hennings. Die Bauleitung hatte Götz Warncke, gelernter Zimmermann. Er verrichtete seine Arbeit wie die anderen Helfer ehrenamtlich. Das Holz für den Fachwerkbau kaufte der Heimatbund, Beton wurde von einer Soltauer Firma gespendet. Am 14. Juli 1998 konnte Richtfest gefeiert werden.

Im Laufe des Jahres sollte der Bau fertiggestellt werden. Die Eindeckung erfolgte mit hundert Jahre alten Dachziegeln, die Werner Salomon spendete. Im rechten Teil des 15 m langen Baues befindet sich eine Werkstatt mit Zugang zum Boden als Lagerraum für Kleingeräte. (Nach dem Bericht der Böhme-Zeitung vom 18.7.1998).
Die Remise weist gegenüber allen anderen neu erstellten Gebäuden auf dem Hofgelände einige Besonderheiten auf:

  • Sie besteht im Gegensatz zu den anderen Bauwerken aus neuen Materialien, abgesehen von den Dachpfannen.
  • Sie ist ohne Finanzmittel von der Stadt oder von anderer Seite gebaut worden.
  • Sie wurde vom Fundament bis zum Dach in ehrenamtlicher Arbeit von Heimatbundmitgliedern erstellt. Lediglich Konstruktion und Planung lagen in den Händen der Stadt.

Sonstige Baulichkeiten und Veränderungen

Sood und Eekenboltentuun

Zum Hofbild gehört auch der alte Brunnen (Sood). Er hat eine Tiefe von sieben Metern und ist in Felsen gefaßt. Bis zum Anschluß des Theeshofes an die Wasserleitung war aus diesem Brunnen noch das gesamte Brauchwasser des Hofes geschöpft worden. Georg Meyer hatte nach den Aufzeichnungen von Friedrich Schröder in Fintel einen alten Sandsteinbrunnenring gekauft. Um den Ring auf den Brunnen aufsetzen zu können, mußte der alte hölzerne Aufbau beseitigt, die Weite des Brunnens verkleinert und mit einem Fundament versehen werden. Zuvor war der eingedrungene Sand und Schlamm aus dem Brunnen entfernt worden. Herbert Eggers setzte dann schließlich am 15.7.78 den Sandsteinring mit dem Frontlader auf den Brunnen. Besonders Georg Schröder, Otto Staschewski, Otto Preuß, Werner Achenbach und Joachim Dähler waren bei den Arbeiten am Brunnen beteiligt. Abschließend wurde ein Eisengitter als Schutz über der Brunnenöffnung angebracht.

Im Januar 1978 begannen die Vorarbeiten für einen Eekenboltentuun als Einfriedung. Die dafür erforderlichen Eichenbohlen stellte Zimmermeister Alfred Menke aus Wintermoor zur Verfügung.
Besonders C.-D. Dudda, W. Inselmann, A. Klages, G. Meyer und W. Thömen waren an der Aufstellung des Zaunes beteiligt. An der Straße Langelohsberg wurde später eine Steinmauer als Abschluß des Theeshof-Grundstückes errichtet.

Göpel

Der Göpel steht an der kleine Maschinehalle auf der Ostseite des Theeshofes. Er wurde 1988 vom Heimatbund erworben. Er ist ein Zeichen für die beginnende Mechanisierung in der Landwirtschaft. (Anfang des 19. Jahrhunderts). Als es noch keine Elektromotoren für den Antrieb von Dresch- und Schneidemaschinen für Häcksel gab, benutzten die Bauern einen Göpel zum Antrieb dieser Maschinen. Der Göpel wurde durch Pferdekraft, die im Kreis liefen, in gang gesetzt. Die Antriebsübertragung zu den Maschinen erfolgte über Gestänge. Die körperlich schwere Arbeit mit dem Flegel wurde dadurch abgelöst. Auf großen Gütern wurden Dampflokomobile als Kraftquelle für die Dreschmaschinen eingesetzt. Es folgten Elektromotoren, später gezogene Mähdrescher. Heute kommen selbstfahrende Mähdrescher mit moderner Technik zum Einsatz.

Auch größere Umbauarbeiten wurden in einigen der Gebäude durchgeführt:

Archivraum

Im April 1991 konnte in einer kleinen Feierstunde der Archiv-Raum eingeweiht werden. Bereits im Jahre 1988 hatten die Männer der Dienstagsrunde mit dem Aus- und Umbau des vorhandenen Kartoffelkellers begonnen, um einen Raum zur Aufarbeitung und Aufbewahrung des Archivs des Heimatbundes zu schaffen. Bisher hatte diese Funktion ein kleines fensterloses Zimmer auf dem Boden des Haupthauses übernehmen müssen.

Außerdem hatte es bisher auch immer noch an Platz für die Foto- und die Tonbandrunde gefehlt, und darüber hinaus sollte der Raum für Konferenzen und als Vereinsbüro genutzt werden.
Etwa 1400 Arbeitsstunden hatten die Mitglieder der Dienstagsrunde aufgewendet, um aus dem Kartoffelkeller einen ansehnlichen und gemütlichen Mehrzweckraum zu machen. Die Stadt stellte für den Umbau 27 000 Mark zur Verfügung; sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt rund 1,4 Millionen DM in die Hofanlage investiert.
Da die Bezirksregierung eine Förderung ablehnte, fehlte es am Ende an den nötigen Mitteln für die Einrichtung. In diese Bresche sprangen als Sponsoren die Kreissparkasse, die Volksbank und die Firma Dieter Könemann (Lünzen). So war es möglich, eine 10 Meter lange Schrankwand, eine Computeranlage, Arbeitstische und Stühle zu beschaffen.
Georg Meyer (Schiel) stellte aus seinem Privatbesitz einen alten Geldschrank zur Verfügung, der deshalb "Eiserner Georg" genannt wird, und für die Spinn- und Webgruppe überreichte deren Sprecherin U.Schiller den ersten von der Gruppe gewebten Teppich.