Willkommen auf dem Theeshof in Schneverdingen!
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Imkerei

Das Imkern – insbesondere das Korbimkern – gehörte früher auf den Höfen in der Heide zum landwirtschaftlichen Leben dazu. Der Theeshof zeigt das Thema informativ im Treppenspeicher. Hinter dem Haupthaus befindet sich zudem ein Bienenzaun, wie er früher für größere Bienenvolk-Bestände genutzt wurde. Der Bienenzaun für 60 sogenannte Stülpkörbe wurde 1979 nach Anleitung von Wilhelm Inselmann aufgebaut, wird aber heute wegen zu geringen Nahrungsangebots im Umfeld des Museumsgeländes nicht mehr benutzt. Ein kleiner Bienenzaun mit Körben ist direkt neben dem Treppenspeicher aufgestellt und ein Korb mit einem sogenannten Schwarmfangbeutel versehen, der zum Auffangen von Schwärmen nötig ist.

Die Gerätschaften für die Korbimkerei sind im Treppenspeicher selbst zu sehen. Die sichtbar ausgestellten handgefertigten Bienenkörbe sind z.T. repariert und von außen mit verdautem Gras – Kuhkot von der Wiese, die auch „Maibutter“ genannt wird – bestrichen. Innen wurden die Körbe mit sechs Holzspeilen versehen, durch die der Naturwabenbau der Bienen Stabilität bekommt.

Neben dem Stülpkorb gibt es weitere spezielle Körbe: Der „Pütscher“ ist ein kleiner Bienenkorb und wird für eine Ersatzkönigin gebraucht.

Der sogenannte „Bannkorb“ verweist auf frühere Vorstellungen von Geistern, die auch in der Christenheit nicht gänzlich verloren gegangen sind: Er ist mit einer Gesichtsfratze versehen. Nach alten Erzählungen soll der Bannkorb böse Geister abwehren, vor Blitz und Donner schützen und zudem den Bienendieb abschrecken. Einmal tradiert, diente er auch als Schmuckstück im Korbstand.

Ausstellung im Treppenspeicher: Für die Arbeit braucht der Imker die Geräte, die auf dem Tisch und an der Wandtafel zu sehen sind, darunter:

  • Kiepenschraper zum Säubern des Korbinneren,
  • Drohnenmesser zum Entfernen unerwünschter Drohnenbrut,
  • ein Bienensieb zum Herausfinden einer Bienenkönigin,
  • den Weiselkloben (Königinkäfig) braucht man für die Ersatzkönigin,
  • eine Imkerschutzhaube zum Schutz vor unerwünschten Bienenstichen,
  • die Imkerpfeife zum Pusten, z.B. von Rauch aus Rainfarn und damit zur Beruhigung der Arbeitsbienen
  • Tücher mit Lüftungsgitter
  • spitze Holznägel zum Dichten der Körbe bei Transporten und
  • ein Gänseflügel (Handfeger) zum Abfegen der Bienen.
  • Zur Gewinnung des Honigs dienten zwei Holzpressen (eine Böhlingsche und eine Stader Holzpresse) und Leinenbeutel.
  • Zwei Wachspressen aus dem 18. Jahrhundert. Diese wurden für die Gewinnung von sauberem gekochtem Bienenwachs gebraucht.
  • Für reichliche Honigernten wurden hölzerne Tonnen verwendet.
  • Scheibenhonig wurde auf Holzmollen angeboten.

Nach Entnahme des Honigs bekamen die Bienen Zuckerwasser in den kleinen Holzschalen (Futterteller).

Bekannt für Schneverdingen wurde der Spruch: „Snevern Honnig, Fell'n un Scho sünd bekannt in'n ganzen Go.“

Auf die große Tradition der Imkerei im Raum Schneverdingen verweist auch die Bürgermeisterkette. Sie wurde von Goldschmied Theodor Blume aus Hildesheim hergestellt. Die Kettenglieder aus Silber, die Innenseite vergoldet, sind den sechseckigen Waben der Honigbiene nachgebildet. Der Anhänger stellt einen silbernen Bienenkorb mit einer goldenen Biene vor dem Flugloch dar.

Heute gibt es nur noch wenige Imker, die sich auf das traditionelle Korbimkern verstehen.