In den "Schneverdinger Heimatblättern" Nr.3 wird auf einen Arbeitskreis hingewiesen, der auf Anregung von H.-L. Loose gebildet wurde und sich mit geschichtlichen und volkstümlichen Themen der Heimat befaßte. Ihm gehörten neben H.-L. Loose auch W. Thömen, E.Meyer-Jenin, Friedrich Schröder und G. Marienberg an. Man kann diesen Kreis als Keimzelle eines Heimatbundes in Schneverdingen ansehen, wobei offen bleibt, wie lange es wohl mit der Gründung gedauert hätte, wenn nicht Anfang 1974 Georg Meyer (Schiel) zu diesem Kreis gestoßen wäre. Er brachte neben neuen Ideen eine Fülle von gesammelten Gegenständen aus dem bäuerlichen, handwerklichen und häuslichen Bereich in den Arbeitskreis ein. Damit verlagerte sich das vorrangige Interesse der Gruppe auf die Frage, wie mit diesem Schatz umzugehen sei, denn Georg Meyers Sammlung war so umfangreich, daß selbst der Platz auf seinem Bauernhofe knapp zu werden drohte. Wo also sollte die Sammlung untergebracht werden, um sie für die Zukunft zu sichern?
In vielen Gesprächen des Arbeitskreises mit Georg Meyer und dem
Ehepaar Fach kam allmählich der Wunsch auf, einen Heimatverein zu
gründen "zur besseren Verwirklichung des Heimatgedankens und zur
Schaffung entsprechender materieller Voraussetzungen" (Heft 3).
Mit einer Anzeige in der Schneverdinger Zeitung wurde zur
Gründungsversammlung des Heimatbundes Schneverdingen e.V. zum 1.Oktober
1974 in das Gasthaus "Löwenbräu" eingeladen.
38 Personen erschienen. Mit der Gesprächsleitung beauftragte die Versammlung Helmut Fach. Aufgaben und Ziele des zu gründenden Heimatbundes wurden in 3 Punkten zusammengefaßt:
Eine vorläufige Satzung wurde diskutiert und von der Versammlung angenommen. Die Versammelten wählten dann den Vorstand:
Helmut Fach 1. Vorsitzender
Gerhard Rieke 2. Vorsitzender
Dr. Gerhard Marienberg 3. Vorsitzender
Friedrich Wilhelm Gevers 1.Schriftführer
Inge Inselmann 2.Schriftführerin
Konrad Schröder Kassierer
Der Beitrag wurde auf 12 DM pro Jahr festgelegt, er beträgt zur Zeit 10 € jährlich.
Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 16.1.1975 beim Amtsgericht Soltau unter der Nr.375. Das Vereinsregister wurde zum Amtsgericht Lüneburg verlagert. Dort ist
der Heimatbund unter der Nr. 130101 eingetragen.
35 der Anwesenden erkannten durch Unterschrift die Satzung an und erklärten ihren Beitritt.
Im Laufe von über 30 Jahren veränderte der Vorstand mehrmals sein Gesicht. Der jetzige Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
| Werner Salomon, Schneverdingen | |
| Helga Wiemann, Schneverdingen | |
| Rudolf Worthmann, Schneverdingen | |
| Hermann Schorlemmer, Tostedt | |
| Wilhelm Inselmann, Schneverdingen | |
| Helmut Gose, Schneverdingen-Lünzen |
Die Satzung erhielt am 25.6.1991 in §4 unter der Aufgabenbeschreibung den folgenden Wortlaut:
"Die Aufgabe des Heimatbundes ist die Pflege
Der Heimatbund sieht demnach seine wichtigsten Aufgaben darin,
Im Jahre 1996 wurde zwischen der Stadt Schneverdingen als Eigentümerin des Theeshofes und dem Heimatbund ein Nutzungsvertrag geschlossen, in dem die vielfältigen Aufgaben des Heimatbundes und Erhaltung und Pflege der Hofanlage auf eine rechtlich solide Grundlage gestellt sind.
Eine Hausordnung entstand zur gleichen Zeit. Sie ist bindend für alle Benutzer des Heimathauses und der gesamten Hofanlage.
Probleme mit der Unterbringung der Sammlungsgegenstände
In der Gründungsversammlung war als eine der Aufgaben des Heimatbundes die sachgerechte Unterbringung der von Georg Meyer (Schiel) zusammengetragenen etwa 2000 Gegenstände aus Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Handwerk beschlossen worden. Spätestens zur Kartoffelernte im Herbst 1975 mußte die Scheune auf dem Hof in Schiel für die Unterbringung der Ernte geräumt sein, so daß sofort nach der Gründung des Vereins die Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten begann.
Ein Teil der Sammlung aus Schiel war schon vor der Vereinsgründung in die freigewordene Mühle an der Verdener Straße transportiert worden. Georg Schröder erinnert sich, daß er im Herbst 1973 beauftragt wurde, die Fenster im Gebäude zu reparieren und abzudichten. Das konnte nicht mehr als ein Notbehelf sein, denn die Räume waren klein, nicht beheizbar und ließen eine dringend erforderliche Aufarbeitung der Materialien nicht zu. Die Suche ging also weiter. Verschiedene Möglichkeiten wurden geprüft, aber aus unterschiedlichen Gründen als ungeeignet befunden, so das Haus Riebesehl an der Schulstraße, Schaaks Haus oder das Maacksche Gebäude an der Verdener Straße.
Schließlich bot die Gemeinde das 1975 freiwerdende Feuerwehrgerätehaus an der Bergstraße für zwei Jahre mietfrei an. Für die umfangreiche Sammlung, inzwischen hatte man die Bevölkerung zur Spende weiterer geeigneter Gegenstände aufgerufen, reichte der Platz im sogenannten Spritzenhaus nicht aus; deshalb mußte ein Teil der Sammlung in der Mühle verbleiben, bzw. in der Scheune auf dem Meyerhof und bei Gustav Vorwerk in Wieckhorst untergebracht werden. Der Umzug in die Bergstraße fand am 18.10.1975 statt.
Hier konnte mit der Sichtung und Aufarbeitung begonnen werden. Das Feuerwehrgerätehaus wurde zur ersten Heimstatt für den Heimatbund. Am 18.2.1976 fand dort die erste Jahreshauptversammlung statt, und am 14.3.1976 konnte ein "Tag der offenen Tür"angeboten werden, der immerhin etwa 700 Interessierte anzog.
Schon im Mai 1975 berichtete Gemeindedirektor Peters über die Möglichkeit, den Hof Worthmann in Hansahlen zu kaufen, allerdings unter der Voraussetzung, daß Mittel dafür aus dem "Hamburg-Niedersachsen-Abkommen" bewilligt würden. Nach längeren Finanzierungs- und Kaufverhandlungen konnte schließlich am 25.3.1976 der Kaufvertrag zwischen der Gemeinde Schneverdingen und dem Hofbesitzer Günter Worthmann geschlossen werden. Nach W.Peters: "40 Jahre Schneverdingen" (1987, Seite 213) betrug die Grundstücksgröße 14 390 qm und der Kaufpreis 530 000 DM, davon wurden aus dem "Hbg.- Nds.- Abkommen" 353 000 DM, vom Landkreis 79 500 DM und als Eigenmittel der Stadt 97 500 DM gezahlt.
Wilhelm Thömen hat in Heft 1 die "Geschichte des Theeshofes" dargestellt. Danach dürfte als älteste Erwähnung des Hofes ein Hinweis in "Schatzsachen 1540" gelten. Dort wird als Besitzer ein Heiner (oder Heinrich) Westermann genannt; im Jahre 1598/99 hieß der Besitzer Thies Westermann. Sollte dieser Vorname vielleicht für den bis heute gültigen Hofnamen (Thees-Hof) verantwortlich sein?
Nach einer Eintragung im Jördebuch um 1700 brannte die "Pflugkate" 1681 ab. Da das jetzige Hauptgebäude 1830 gebaut wurde, muß es - so Thömen - mindestens das 3. Haupthaus auf dem Hofe sein. Besitzer waren nach Thiess Westermann: Hanss, Peter und Conrad Hopss, gefolgt von Jakob von Elling, und seit etwa 1750 bis zum Verkauf 1976 hießen schließlich alle Besitzer Worthmann.
Unumgänglich waren Umbau und Sanierung des Haupthauses. Der mit der Leitung der Umbaumaßnahmen von der Gemeinde beauftragte Architekt Jürgen Wilke beschreibt den Umbau in Heft 1 der Theeshof-Reihe. Er meint u.a. nach Abschluß der Umbauarbeiten:
"Vorderste Aufgabe war, den Verfall der Konstruktion zu stoppen und das Bauernhaus so weit wie möglich wieder stilecht herzustellen. Bei allen Überlegungen mußte aber auch die zukünftige Nutzung des Gebäudes als Heimathaus berücksichtigt werden", wie z.B. Toiletten, Heizung, Ausleuchtung. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, brüchig gewordene und vermoderte Konstruktionsteile des Hauses durch nachgearbeitete neue Teile zu ersetzen.
Seit Herbst 1977 hatten die aktiven Mitglieder des Heimatbundes viele Stunden ihrer Freizeit geopfert. So gestalteten sie den Fußboden im Flett aus dem Kleinpflaster, das Johann Heins (Reinsehlen) aus dem alten Bauernhaus zur Verfügung gestellt hatte, mauerten die Feuerstelle auf und bauten den Rähm ein.
Es gibt sie noch, Menschen mit Herz für Romantik und Poesie, die auch bereit sind, finanzielle Mittel für Verschönerungen zur Verfügung zu stellen. Als Burghard von der Wehl, Unternehmer aus Lauenbrück, er wohnt seit ein paar Jahren in Zahrensen, vor einiger Zeit das Musum in Schneverdingen besuchte, war er der Meinung, daß hier etwas wesentliches am alten Fachwerk fehle. Er erklärte sich bereit, die Kosten für die Inschrift zu sponsern. Die Inschrift vom Wehler Hof in Lauenbrück wurde fotografiert, massstabsgerecht auf Papier gebracht, die Buchstaben in der jetzigen Form vom Holzkünstler Heinz Schinske mit viel Mühe an einem Tag ausgeschnitten. Die fertige Schablone wurde auf den Querbalken drapiert. Anschließend stemmte Heinz Schinske die Buchstaben nach seinen Vorlagen aus. Die weiße Farbe bringt den Spruch zum Leuchten. Es sind immerhin 92 Buchstaben und Zeichen für 19 Worte. Der 1. Vorsitzende Werner Salomon stellte nochmals den Spruch, 2. Mose 8, 22, heraus, der auch heute an Aktualität nichts eingebüßt hat. Er steht am Ende der Sintflut und lautet: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Mit einer Inschrift wollte der Landwirt rein äußerlich die Echtheit seiner Gesinnung und seine christliche Einstellung zum Leben bekunden. Im Erkennen von Zeit und Ewigkeit war sich der Landwirt der Vergäng-lichkeit seines Werkes durchaus bewußt. Bürgermeister Fritz-Ulrich Kasch, sozusagen als Eigentümer des Hofes, freute sich ebenfalls über die Verschönerung des Hauses und lobet das Engagement des Heimatbundes und bedankte sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen haben. In seinem Beitrag betonte er, daß Geschichte für jeden einzeln wichtg sei, um Zusam-menhänge aus der Vergangenheit in der Gegenwart zu verstehen. Passend zum Museumstag am Sonntag, dem 18. Mai,trafen sich einige Heimatbundmitglieder, der Sponsor Burghard von der Wehl, Schneverdingens Bürgermeister Fritz-Ulrich Kasch auf dem Theeshof zur Enthüllung der Balkeninschrift am Nordgiebel des Haupthauses. Mit einer gemeinsamen Kaffeetafel klang dieser schöne Tag aus.
Ergänzend seien zwei von Friedrich Schröder aufgezeichnete Vorfälle geschildert.
So schreibt er in seinen Notizen, die von seinem Bruder Georg zur Verfügung gestellt wurden, daß viele Schneverdinger Geschäftsleute ihre Fahrzeuge zum Umzug zur Verfügung stellten. Auch Tischler Meyer (Oststraße) hatte seinen Kleintransporter angeboten. Ein Heimatfreund wurde mit dem Fahrrad losgeschickt, um den Wagen zu holen. Auf seinem Weg sah er bei Tischler Maack in der Oststraße dessen Wagen an der Straße stehen, und in der Meinung, man habe ihm aus Versehen wohl den falschen Tischler genannt, stieg er vom Fahrrad ins Auto - der Schlüssel steckte sogar - und fuhr zum Gerätehaus, um Sachen zu holen. Als er dort gefragt wurde, ob das der Wagen von Tischler Meyer sei, antwortete er ganz selbstbewußt: "Dieser Wagen ist von Tischler Maack, er stand fahrbereit an der Straße". Das lange Gesicht von Tischler Maack, als er den "Diebstahl" entdeckte, kann man sich gut vorstellen!
Die Zeit bis zur feierlichen Einweihung des Hauses wurde knapp, besonders auch für die freiwilligen Helfer des Heimatbundes. Friedrich Schröder wurde aufgefordert, noch ganz schnell für ein Rednerpult bis zur Einweihung zu sorgen: "Friech, wi brukt noch een Rednerpult, lat di wat infall'n !" - "Ich habe ein Ackerwagenrad genommen und mit Schmied Lühmann zusammen - das Unterholz stammte von Renken in Lünzen - ganz schnell ein Rednerpult gemacht und alles bei mir zu Hause zusammengeschlagen. Am nächsten Tag war die Einweihung. Es ist aber ein seltenes Stück geworden". Dem kann man nur hinzufügen,daß es eine schöne, solide und die Diele des Heimathauses zierende Handwerksarbeit geworden ist.
Der Grundriß aus dem Jahre 1998 zeigt den heutigen Gebäudebestand auf dem Theeshof. Zu den Gebäuden, die schon beim Kauf 1976 vorhanden waren, gehören neben dem 1978 nach der gründlichen Renovierung eingeweihten Haupthaus (1) das ehemalige Häuslingshaus(2), die Scheune(3) und der Kartoffelkeller(4). Alle anderen jetzt auf dem Hofgelände stehenden Gebäude wurden im Laufe der Jahre aus in anderen Orten abgerissenen alten Bauwerken auf dem Theeshof wieder errichtet. Dazu zählen der Treppenspeicher (5), das Backhaus(6), der Immenzaun(7), der Schafstall(8), die Wagenremise mit Schmiede(9) und die Remise(10), letztere jedoch mit der Einschränkung, daß sie fast ausnahmslos aus neuen Materialien errichtet wurde, wogegen bei allen anderen Bauten nur in Ausnahmefällen einzelne Teile erneuert wurden.
Am 8.8.1980 fand die Einweihung des renovierten Häuslingshauses statt. Es erhielt den Namen Frido-Witte-Haus. Schon bei der Gründungsversammlung war als ein Ziel des Heimatbundes festgelegt worden, in einem künftigen Heimathaus die Werke Frido Wittes der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damals konnte noch niemand ahnen, daß es einmal möglich sein würde, zu diesem Zweck ein eigenes Gebäude zur Verfügung zu haben. Das im Stil des Haupthauses, aber entsprechend kleiner eingerichtete Häuslingshaus bot sich für diesen Zweck an.
Allerdings war der Zustand des Gebäudes mindestens ebenso schlecht wie der des Haupthauses. Aus den Aufzeichnungen Friedrich Schröders im Arbeitsbuch der Dienstagsrunde erfahren wir, daß die ehrenamtlichen Helfer im Heimatbund schon während der Renovierungsarbeiten im Haupthaus mit den ersten Arbeiten am Häuslingshaus begonnen haben. So steht unter den Eintragungen vom Mai 1978 u.a.: "Abbruch der Schweineställe im Häuslingshaus; Boden des Häuslingshauses gesäubert, drei Anhänger voll abgefahren."
Der Treppenspeicher stand in Marbostel auf dem Hof der Familie Stegmann. Im Winter 1977 wurde er von einigen Heimatbundmitgliedern in Augenschein genommen und als geeignet für den Theeshof befunden. So legte man am 28.1.1978 unter Anleitung von Stadtbaumeister Jürgen Wilke den Grundstein auf dem Theeshof. Für das Fundament fanden auch Steine vom Häuslingshaus Verwendung, das eine neue Gründung erhielt. Weitere Steine wurden mit Treckern von Otto Broocks und Joachim Dähler herangebracht (von Schaaks und Jütten-Hansahlen). Zu gleicher Zeit wurden in Marbostel die Vorarbeiten für den Abbruch geleistet. Dieser fand dann am 4.2.1978 mit Unterstützung durch sechs Zimmerleute der Firma Renken (Lünzen) statt. Diese waren auch beim Wiederaufbau des Speichers auf dem Theeshof tätig. Ende April erhielt der Speicher ein Reetdach und wurde bis zum 25.7.1978 völlig fertiggestellt.
Inge Inselmann hat zur Bedeutung der Speicher auf den Bauernhöfen einen Text verfaßt, der hier gekürzt wiedergegeben wird:
"...Speicher
hat es auf allen Höfen in der Lüneburger Heide seit Jahrhunderten
gegeben. Sie gehörten zum Hofbild und wurden für vielerlei Zwecke
gebraucht. Neben dem Haupthaus mit Flett und offener Feuerstelle, mit
Diele und Viehställen brauchten die Bewohner ein rauchfreies Gebäude,
das frei von den Ausdünstungen der Tiere und des Stalles war. So
konstruierte die Zimmermannskunst die für die Heide typischen
Treppenspeicher, die gut geeignet zum Aufbewahren von Eßwaren,
Bekleidung, Wäsche oder Honig waren.
Wie alle Treppenspeicher ist auch der auf dem Theeshof ganz aus Holz
gezimmert und mit Holznägeln zusammengehalten. Der Boden ruht auf
Findlingen und Baumstämmen, damit Luft darunter durchziehen und
Feuchtigkeit ferngehalten werden kann. Der Innenraum ist klein und hat
kein Fenster. Die Treppe aus Holz befindet sich an der Außenseite des
Gebäudes und führt in das Obergeschoß. Das Dach ist mit Stroh - heute
Reet - gedeckt und der First mit Heide abgedichtet.
Die Handwerker haben Ständer und Balken des Speichers so gefügt, daß
das Gebäude leicht auseinandergenommen und versetzt werden konnte. Es
wird berichtet, daß eine Braut einen Treppenspeicher, mit ihrer
Aussteuer gefüllt, als Mitgift in ihr neues Heim bekam. Namen der
Eigentümer und alte Daten über den Türen des Theeshoftreppenspeichers
sind fast unleserlich geworden. Vielleicht wurde unser Speicher einst
als Zufluchtsort bei Kriegsgefahr oder räuberischen Überfällen genutzt?
Vielleicht diente das Obergeschoß als Schlafkammer für Bauer oder
Gesinde? Vielleicht war auch wie heute die Korbimkerei darin
untergebracht? Wenn Balken erzählen könnten!!..."
Das Backhaus wurde am 10.September 1982 durch die Stadt an den
Heimatbund übergeben. In Heft 5, S.25, heißt es dazu: "Das Rohgebäude
des 1691 erbauten alten Backhauses war von der Familie Börner,
Vierhöfen (Krs. Harburg), gestiftet worden. Fr.Schröder (Schwalingen)
stellte die Feldsteine für das Fundament kostenfrei zur Verfügung. Das
Gebäude besteht aus einer geräumigen fensterlosen Backstube, die
gleichzeitig als Garraum dient, und dem von dort zu beschickenden
birnenförmigen Backofen."
Das Backhaus ist das Gebäude, das seiner eigentlichen Bestimmung gemäß
auch noch heute voll genutzt wird. Zur Einweihung hatten die Bäcker zum ersten Mal Brot und Butterkuchen im neuen Ofen gebacken. Dieser Vorgang wiederholt sich jedes Jahr zu besonderen Anlässen auf dem Theeshof.
Zur heutigen Mannschaft der Bäcker gehören Günter Winkelmann, Klaus Berendt, Herbert Matthies und Jürgen Neumann. Seit einiger Zeit wird der Ofen am Abend vor dem Backtag vorgeheizt, das spart Feuerung und Zeit. Morgens um 5 Uhr wird der Ofen weiter geheizt mit Holz. Er muß zum Brotbacken 200 Grad erreichen, dies dauert etwa drei Stunden. Die Temperatur lässt sich mit einem eingebauten Thermometer ablesen, früher nahm man eine Roggenähre und hielt sie in den Ofen. Wenn die Grannen braun wurden, aber nicht verbrannten, war die richtige Temperatur erreicht.
Wenn die erforderliche Hitze erreicht ist, wird die Glut in eine Karre gekehrt und im Freien abgelöscht. Der Ofen wird mit einem nassen Lappen ausgeschleudert, um den Staub zu binden.
Da der Teig mit Sonnenblumenkernen gemischt werden soll, wird er in der
Teigmaschine noch einmal durchgeknetet. Er wird dann zu je einem
Kilogramm ausgewogen, gerollt und in die vorher eingefetteten 72
Kastenformen gelegt. Einige Teigportionen kommen in Körbe. Diese
Brotlaibe sollen "frei" in den Ofen eingeschoben werden, um dort den
Platz besser zu nutzen.
Inzwischen ist die erforderliche Hitze erreicht. Die Glut wird um 8.15
Uhr in eine Karre gekehrt und im Freien abgelöscht. Der Ofen wird mit
einem nassen Lappen ausgeschleudert, um den Staub zu binden. Nach einer
Wartezeit von etwa 15 Minuten, damit die "flüchtige Hitze" entweicht,
die ein zu starkes Bräunen bewirken würde, werden die Brote
eingeschoben. Nach 45 Minuten wird das Backgut aus dem Ofen geholt, aus
den Formen genommen und zum Abkühlen auf Regale gelegt.
Danach wird der Ofen noch einmal nachgeheizt, um die für den Kuchen
erforderliche Hitze wieder zu erreichen.
Inzwischen hat man mit dem Anrühren des Butterkuchens begonnen. Für 15
Bleche werden 7 Liter Milch, 3 Pfund Hefe, 15 kg Mehl, 15 Stücke Butter
zu je 250 g und 7½ Pfund Zucker verrührt, hinzu kommen pro Liter Milch
noch 30 g Salz.
Der Teig wird auf dem Tisch ausgerollt und dann auf die mit Backpapier
belegten Backbleche gegeben. Die Bäcker belegen jeden Kuchen mit 250 g
Butterflocken sowie 100 g gehobelten Mandeln und bestreuen sie dann mit
Zucker. Schließlich werden die Bleche in den Vorwärmer, einen Schrank
mit Heizofen, gestellt.
Der Ofen ist inzwischen wieder einsatzbereit, und die Kuchenbleche können eingeschoben werden.
Nach einer Backzeit von nur 10 Minuten wird der herrlich duftende Butterkuchen herausgenommen.
Für die Bäcker ist damit noch nicht alle Arbeit getan, denn nun muß noch das Backgeschirr gesäubert und aufgeräumt werden. Erst zur Mittagszeit ist der freiwillige Dienst beendet.
Der Bienenzaun wurde 1979 nach Anleitung von Wilhelm Inselmann sen. unter Mithilfe von Wilhelm Lohmann und Georg Schröder aufgebaut. An der Stelle befand sich früher ein Torfschuppen, der 1978 abgerissen wurde. Teile des Bienenzaunes stammen von Inselmann (Höpen 2, an der Straße von der Schule Wintermoor in Richtung ehemal. Krankenhaus Reinsehlen). Da viele Teile unbrauchbar geworden waren, wurden auch Ersatzstücke von einem Bienenzaun aus Wistedt (Kreis Harburg) mit verwendet.
Im Juni 1999 wurde der inzwischen baufällig gewordene Bienenzaun abgerissen und an gleicher Stelle durch einen neuen ersetzt. Insbesondere W. Inselmann sen., Wilhelm Lohmann, J. Toll und H. Zantopp haben dabei mitgewirkt.
Die Gerätschaften für die Korbimkerei sind im unteren Bereich des Treppenspeichers zu sehen.
Darüber schreibt Inge Inselmann:
..."Da
liegen die alten handgefertigten Strohkörbe, Stülper genannt, die oft
einige hundert Jahre alt sind. Ein Blick in einen Strohkorb zeigt die
Holzspiele und deren Anordnung für den Wabenbau. Ein kleiner Bienenzaun
mit Körben ist aufgestellt und ein Korb mit einem Schwarmfangbeutel
versehen, der zum Auffangen von Schwärmen nötig ist. Der Bannkorb weist
auf alte Vorstellungen: böse Geister sollen den Bienen keinen Schaden
zufügen. Der "Pütscher", ein kleiner Bienenkorb, wird für kleine
Schwärme gebraucht.
Für die Arbeit braucht der Imker die Geräte, die auf dem Tisch
bereitliegen: Kiepenschraper zum Säubern des Korbinnern, Drohnenmesser
zum Entfernen unerwünschter Drohnenbrut, ein Bienensieb zum
Herausfinden einer Bienenkönigin,außerdem eine Imkerhaube zum Schutz
vor unerwünschten Stichen, die Imkerpfeife zum Pusten, z.B. von Rauch
aus Rainfarn und damit zur Beruhigung der Arbeitsbienen und schließlich
Tücher mit Gitter und spitzen Holznägeln zum Dichten der Körbe bei
Transporten.
Zur Gewinnung des Honigs dienen zwei Holzpressen und Leinenbeutel. Zwei
Wachspressen aus dem 18. Jahrhundert wurden für die Gewinnung von
sauberem gekochtem Bienenwachs gebraucht.
Für reichliche Honigernten wurden hölzerne Tonnen verwendet. Scheibenhonig wurde auf Holzmollen angeboten.
Nach Entnahme des Honigs bekamen die Bienen Zuckerwasser in den kleinen Holzschalen.
Bekannt für Schneverdingen wurde der Spruch:
"Snevern Honnig, Fell'n un Scho sünd bekannt in'n ganzen Go."
Auf die Bedeutung der Imkerei in unserem Raum weist auch die Bürgermeisterkette hin, die der Goldschmied Theodor Blume (Hildesheim) gearbeitet hat. Die Kettenglieder aus Silber, die Innenseite vergoldet, sind den sechseckigen Waben der Honigbiene nachgebildet. Der Anhänger stellt einen silbernen Bienenkorb mit einer goldenen Biene vor dem Flugloch dar."
Der Schafstall stand ursprünglich auf dem Hof von Frido Vorwerk in Wieckhorst. Wann er dort aufgebaut wurde, ist nicht bekannt. Der Besitzer gab jedoch an, daß bei Reparaturarbeiten am Dach in den 50er Jahren festgestellt wurde, daß die Dachlatten noch mit Holzzargen befestigt waren, was wohl auf ein ziemlich hohes Alter des Gebäudes schließen läßt. Es handelt sich um einen sogenannten Hofschafstall mit hochgezogenen Seitenwänden, die mit Lehmstaaken ausgefacht sind.
Auf dem Theeshof sollte der Stall originalgetreu 7 Meter breit und 13 Meter lang auf einem Feldsteinfundament wieder aufgebaut werden. In den ersten Planungen aus dem Jahre 1984 war noch vorgesehen, eine Spinnstube, einen Wirtschaftstrakt und die zentrale Heizung für den Theeshof darin unterzubringen, auch die Einrichtung von Toiletten war dort zunächst geplant.
Diese ursprüngliche Planung wurde jedoch weiterentwickelt, so daß schließlich die Toiletten ebenerdig und ohne Schwellen in der Kartoffelscheune angelegt wurden. Ein Keller entstand im südlichen Gebäudeteil des Haupthauses, in den die bisher darüber montierte Heizungsanlage verlegt wurde, so daß darüber der Platz für Butze und Schlafstelle zurückgewonnen werden konnte.
Sie wurde zusammen mit dem Schafstall bei der Stadt beantragt. Allerdings stammen ihre Bauteile nicht aus nur einem alten Gebäude, sondern mußten von mehreren Standorten mühsam zusammengetragen werden. Friedrich Schröder hat in seinen bereits erwähnten Aufzeichnungen die Ursprünge und die Entstehung des "Wagenschur mit Schmä" beschrieben:
Anzumerken ist, daß ein Teil dieser "Sammlung" auch bei anderen Bauvorhaben auf dem Hof Verwendung fand, so z.B. bei der Errichtung des Scheunenschirmes an der Nordseite der Scheune.
Die Ausführlichkeit dieser Angaben mag überflüssig erscheinen. Sie ist aber gut geeignet, einmal ein Grundprinzip der Heimatbundarbeit deutlich zu machen, nämlich: Vom Verfall bedrohte Gebäude der Nachwelt als Zeugnisse vergangener Kultur und Baukunst erhalten, und sie auf dem Theeshof so wieder aufbauen, daß sie Harmonie und Lebendigkeit der alten Hofanlage nicht stören!
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erfahren, daß die Steine des Fundamentes und die Dachpfannen vom einstigen "Schneverdinger Hof" ("Wülken August sien Huus") stammen, das ab 1.3.1985 abgerissen wurde. "Zehn Männer des Heimatbundes waren am 2.März erschienen und haben etwa 3000 handgebackene Pfannen vom Wohn- und Gasthaus abgenommen. Werner Salomon und Gerhard Baden stellten jeder ein Fahrzeug zum Abtransport zur Verfügung". (Aus den Berichten von Fr.Schröder).
Am 21.Juni 1986 wurden der Schafstall und die Wagenremise mit Schmiede in einer Feierstunde von der Stadt an den Heimatbund übergeben. Die Gesamtkosten für beide Gebäude - einschließlich des Kellers im Haupthaus und der Toiletten im ehemaligen Kartoffelkeller - betrugen DM 257 330,16. Aus Mitteln der "Landesplanung Hamburg-Niedersachsen" wurden 175 000 DM beigesteuert, den Rest zahlte die Stadt. (Nach W.Peters: "40 Jahre Schneverdingen", Seite 217).
Wie bei allen Bauarbeiten auf dem Theeshof waren auch hier die aktiven Ehrenamtlichen mit einem hohen Anteil an Eigenarbeit beteiligt.
Die Nutzung des Schafstalles wurde der Spinn- und Webgruppe übertragen.
In der Wagenremise fanden etliche Wagen einen Platz, die bisher unter dem Schauer der Scheune aufgestapelt waren. Der Raum daneben wurde zu einer alten Dorfschmiede umgebaut.
Vorsitzender Fach schloß damals seine Ansprache mit den Worten: "Ich wünsche mir, daß wir immer Leute finden, die bereit sind, auf dem Theeshof mitzuarbeiten, und daß der Herrgott seine Hand schützend über diese Hofstelle hält, damit sie für unsere Nachkommen erhalten bleibt." (Böhme-Ztg. vom 23.6.86).
Die auf dem Hofgelände stehenden und ständig der Witterung ausgesetzten landwirtschaftlichen Geräte hatten schon seit längerer Zeit den Wunsch nach einer wetterfesten Unterbringung dieser mit viel Liebe und Aufwand restaurierten Kostbarkeiten aufkommen lassen. Alle Überlegungen waren immer wieder daran gescheitert, daß ein solches Gebäude nicht mehr in das Hofbild passen würde. Schließlich entschied man sich, der Not gehorchend, für einen reinen Zweckbau, der hinter dem Haupthaus versteckt an der Hofgrenze errichtet werden sollte.
Die Remise wurde im Laufe des Jahres 1998 in Eigenleistung und mit Spenden erstellt. Die Konstruktion und Planung lag im Auftrag der Stadt in den Händen von Bauamtsmitarbeiter Walter Hennings. Die Bauleitung hatte Götz Warncke, gelernter Zimmermann. Er verrichtete seine Arbeit wie die anderen Helfer ehrenamtlich. Das Holz für den Fachwerkbau kaufte der Heimatbund, Beton wurde von einer Soltauer Firma gespendet. Am 14. Juli 1998 konnte Richtfest gefeiert werden.
Im Laufe des Jahres sollte der Bau fertiggestellt werden. Die
Eindeckung erfolgte mit hundert Jahre alten Dachziegeln, die Werner
Salomon spendete. Im rechten Teil des 15 m langen Baues befindet sich
eine Werkstatt mit Zugang zum Boden als Lagerraum für Kleingeräte.
(Nach dem Bericht der Böhme-Zeitung vom 18.7.1998).
Die Remise weist gegenüber allen anderen neu erstellten Gebäuden auf dem Hofgelände einige Besonderheiten auf:
Zum Hofbild gehört auch der alte Brunnen (Sood). Er hat eine Tiefe von sieben Metern und ist in Felsen gefaßt. Bis zum Anschluß des Theeshofes an die Wasserleitung war aus diesem Brunnen noch das gesamte Brauchwasser des Hofes geschöpft worden. Georg Meyer hatte nach den Aufzeichnungen von Friedrich Schröder in Fintel einen alten Sandsteinbrunnenring gekauft. Um den Ring auf den Brunnen aufsetzen zu können, mußte der alte hölzerne Aufbau beseitigt, die Weite des Brunnens verkleinert und mit einem Fundament versehen werden. Zuvor war der eingedrungene Sand und Schlamm aus dem Brunnen entfernt worden. Herbert Eggers setzte dann schließlich am 15.7.78 den Sandsteinring mit dem Frontlader auf den Brunnen. Besonders Georg Schröder, Otto Staschewski, Otto Preuß, Werner Achenbach und Joachim Dähler waren bei den Arbeiten am Brunnen beteiligt. Abschließend wurde ein Eisengitter als Schutz über der Brunnenöffnung angebracht.
Im Januar 1978 begannen die Vorarbeiten für einen
Eekenboltentuun als Einfriedung. Die dafür erforderlichen Eichenbohlen
stellte Zimmermeister Alfred Menke aus Wintermoor zur Verfügung.
Besonders C.-D. Dudda, W. Inselmann, A. Klages, G. Meyer und W. Thömen waren an der Aufstellung des Zaunes beteiligt.
An der Straße Langelohsberg wurde später eine Steinmauer als Abschluß des Theeshof-Grundstückes errichtet.
Im Juli 1988 wurde zwischen Scheune und Backhaus - etwa da, wo früher einmal der Hühnerstall stand - ein alter Göpel aufgebaut. Georg Meyer hatte ihn auf einem Bauernhof entdeckt und für den Theeshof erworben. Aus der Böhme-Zeitung vom 4.8.1988 ist der folgende Beitrag von Inge Inselmann auszugsweise entnommen:
"Alter Göpel erinnert an den Beginn der Modernisierung.
Ein neues Museumsstück auf dem Schneverdinger Theeshof.
...Als
es noch keine Elektromotoren gab, aber bereits die ersten
Dreschmaschinen und Häckselschneidemaschinen auf den Markt kamen - das
war Anfang des 19.Jahrhunderts - benutzte man über den Göpel die
Pferdekraft als Antrieb. Die körperlich schwere Arbeit mit dem Flegel
wurde dadurch abgelöst. Ein, zwei oder vier Pferde wurden an Zugbäume
und Antriebsgestänge des Göpels gespannt. Die Pferde wurden linksherum
geführt und setzten bei ihrem ständigen Rundgang am Zugbalken die
Zahnräder des Göpels in Bewegung. Mit Hilfe der Übertragungswelle
konnten die Dreschtrommeln betrieben werden. Bis zum Aufkommen von
Elektromotoren blieb der Göpel in der Landwirtschaft die beliebteste
und häufigste 'Kraftquelle'.
So schnell wie später mit Motorantrieb ging die Drescharbeit mit dem
Göpel nicht vonstatten. Es dauerte viele Tage, bis das in der Scheune
in Garben lagernde Getreide gedroschen war...
Das Antreiben und Führen der Pferde konnten bereits die größeren
schulpflichtigen Kinder übernehmen... Wurden die nötigen Pausen beim
Dreschen eingelegt, konnte mit Hilfe einer Bremsvorrichtung an der
Trommel des Dreschkastens der Betrieb eingestellt werden..."
Schließlich wurde im Oktober 1993 ein Holzschuppen neben dem Backhaus zur Unterbringung des erforderlichen Brennmaterials für den Backofen errichtet.
Auch größere Umbauarbeiten wurden in einigen der Gebäude durchgeführt:
Im April 1991 konnte in einer kleinen Feierstunde der Archiv-Raum eingeweiht werden. Bereits im Jahre 1988 hatten die Männer der Dienstagsrunde mit dem Aus- und Umbau des vorhandenen Kartoffelkellers begonnen, um einen Raum zur Aufarbeitung und Aufbewahrung des Archivs des Heimatbundes zu schaffen. Bisher hatte diese Funktion ein kleines fensterloses Zimmer auf dem Boden des Haupthauses übernehmen müssen.
Außerdem hatte es bisher auch immer noch an Platz für die Foto-
und die Tonbandrunde gefehlt, und darüber hinaus sollte der Raum für
Konferenzen und als Vereinsbüro genutzt werden.
Etwa 1400 Arbeitsstunden hatten die Mitglieder der Dienstagsrunde
aufgewendet, um aus dem Kartoffelkeller einen ansehnlichen und
gemütlichen Mehrzweckraum zu machen. Die Stadt stellte für den Umbau 27
000 Mark zur Verfügung; sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt
rund 1,4 Millionen DM in die Hofanlage investiert.
Da die Bezirksregierung eine Förderung ablehnte, fehlte es am Ende an
den nötigen Mitteln für die Einrichtung. In diese Bresche sprangen als
Sponsoren die Kreissparkasse, die Volksbank und die Firma Dieter
Könemann (Lünzen). So war es möglich, eine 10 Meter lange Schrankwand,
eine Computeranlage, Arbeitstische und Stühle zu beschaffen.
Georg Meyer (Schiel) stellte aus seinem Privatbesitz einen alten
Geldschrank zur Verfügung, der deshalb "Eiserner Georg" genannt wird,
und für die Spinn- und Webgruppe überreichte deren Sprecherin
U.Schiller den ersten von der Gruppe gewebten Teppich.
1992 hatten die Männer von der Dienstagsrunde mit dem Ausbau des Schafstallbodens begonnen, um mehr Platz für die Spinn- und Webgruppe zu gewinnen. Bis zum August 1993 waren die Arbeiten abgeschlossen, so daß dort eine ständige Ausstellung "Vom Flachs zum Leinen" und ein Schaukasten für Kleidungsstücke des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts aufgebaut werden konnten. (Aus dem Bericht der Spinn- und Webgruppe).
Vor fast 100 Jahren eröffnete Uhrmachermeister Wesseloh in Schneverdingen ein Uhrenfachgeschäft zu dem auch Schmuck und Optikwaren gehörten. Sein Sohn Georg, bekannt unter dem Namen "Klocken-Gorch", war ebenfalls Uhrmachermeister und führte das Geschäft weiter. Nachdem Klocken-Gorch seinen Laden aus Altersgründen aufgab, wurden Gerätschaften, Einrichtungsgegenstände, Uhren, Werkzeuge und Reste von Uhren vom Heimatbund Schneverdingen aufgekauft und werden nach der Aufarbeitung in einer Uhrmacherwerkstatt und Uhrenmuseum den Besuchern gezeigt.
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Unter dem hohen Dach des Bauernhauses, wo einst Heu und Stroh lagerten, ist der alte Uhrmacherladen "neu" entstanden. Handwerker der "Dienstagsrunde" haben Fußboden, Wände und alte Haustüren hergerichtet und eingesetzt und die ehemalige Ladeneinrichtung eingebaut, so dass Besucher sich beim Eintritt in einen ehemaligen Gewerbebetrieb zurückversetzt fühlen.
Der ehemalige Postbeamte Joachim Duden baute mit viel selbst angeeigneten Uhren-Fachwissen und Engagement den Uhrenladen auf. Es wurde sehr viel Zeit damit verbracht, so manches Schätzchen wieder in Gang zu setzen, denn einige Uhren sind über 150 Jahre alt. Durch Spenden und Schenkungen sind viele Zeitmesser hinzugekommen. |
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Hier zwei Ausstellungsstücke mit besonderen Funktionen.
Weckuhr |
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Turneruhr Die sogenannte "Turneruhr" war ein Demonstrationsmodell für das Schaufenster. Es ist dem Hobby-Uhrenkünstler gelungen, diese Uhr zu reparieren und den Turner dazu zu bewegen, eine halbe Stunde lang seine akrobatischen Übungen zu zeigen. Nicht original ist der Anzug des Turners. Er bekam die Vereinsfarben des TV Jahn Schneverdingen. |
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Marleen Knust (Ilhorn) von der Spinn- und Webrunde hat über die Entstehung eines "kleinen Bauerngartens" auf dem Theeshof den folgenden Bericht verfaßt:
"Mit der Errichtung des Schafstalls im Jahre 1985 entstand auf
seiner Rückseite auch ein kleiner, mit Stakettzaun umrahmter Pferch von
ungefähr 8 mal 10 m Größe. Da in den wiederaufgebauten Stall jedoch
statt der Schafe die Frauen der Spinn- und Webrunde mit ihrem diversen
Handwerkszeug einzogen, wurde das umzäunte Areal zunächst nicht
benötigt. Nach einiger Zeit gab es den Versuch, dort Buchweizen und
Flachs anzubauen. Zumindest der geerntete Flachs wurde von den
Spinnerinnen in altertümlicher Art und Weise verarbeitet und zu Leinen
versponnen.
Anfang des Jahres 1992 entstand die Idee, in diesem kleinen Pferch
einen Bauerngarten anzulegen. Ich wurde mit der Planung beauftragt. Da
stellte sich zunächst die Frage: "Was ist ein Bauerngarten?" Als
treffendste Antwort darauf fand ich in der Literatur die Aussage: "Der
Bauerngarten ist ein 'verzierter Nutzgarten'. Doch etwas ganz
Wesentliches unterscheidet den Bauerngarten von jedem anderen Garten.
Der Bauer und seine Familie hatten (und haben) - im Gegensatz zum
Stadtbewohner - nicht das Bedürfnis, im Garten zu wohnen. Wer das ganze
Jahr über im Freien arbeitete, für den war die Stube ein
erstrebenswerter Erholungsplatz. Der bäuerlichen Familie genügte der
Blick auf die Blumen und Stauden des Gartens oder auf den Hausbaum von
der Bank am Hause aus.
Der 'typische' Bauerngarten zeigt in fast allen Landschaften in seiner
Anlage das aus der klösterlichen Gartenanlage übernommene Wegekreuz im
Geviert. In seiner einfachsten Art teilt es die Gartenfläche in vier
gleichgroße Beete auf. Diese geometrischen Formen sind häufig mit
Buchsbaum eingefaßt. Letzteres haben wir für den Theeshofgarten auch
übernommen. Jedoch war die Gesamtfläche mit ca. 80 qm so klein, daß
eine Zweiteilung ausreichte.
Mitglieder der Dienstagsrunde und einige Frauen der Spinn- und Webrunde
brachten im April 1992 die ersten Stauden, Duft- und Heilkräuter und
sogar Beerenobststräucher von zu Hause mit. Durch dieses gemeinsame
Garteninteresse entstand eine gute Zusammenarbeit zwischen den Gruppen.
Zwei Birnenspalierbäume, vier Hochstammrosen der Sorte 'Gloria Day' und
ca. 30 m Einfassungsbuchsbaum wurden gekauft.
Noch während die ersten Pflanzen gesetzt wurden, sorgte Wilhelm
Inselmann sen. mit senkrecht unterhalb des Zaunes eingeschlagenen
Dachziegeln dafür, daß der Garten 'kaninchensicher' wurde.
Die Gartenpflege wird von Mitgliedern der Dienstagsrunde übernommen.
Auf den kleinen Gemüsebeeten werden in abwechselnder Folge Stangenbohnen, Salat, verschiedene Kohlarten, Porree und Erdbeeren angebaut. Der Weg ist mit Holzhäcksel gegen 'Unkraut' abgedeckt. Ringsherum blühen die verschiedensten Stauden. An der Westseite des Schafstallgiebels stehen zwei Birnenspaliere. Eine verhältnismäßig große Fläche nehmen die Gewürz- und Heilkräuter ein, die schon im letzten Jahrhundert in keinem Bauerngarten fehlten.
"Es ist eine gepflege Anlage, die gut in das Gesamtbild des Museumshofes 'Theeshof' paßt und es sinnvoll ergänzt", so schließt ein Bericht über den Bauerngarten in der Böhme-Zeitung vom 29.7.1992.